Glutenfreie Ernährung Pro und Contra


Jeder, der sich mit aktuellen Gesundheitsthemen auseinandersetzt, hat von diesem Trend bereits gehört; die glutenfreie Ernährung. Mittlerweile ist diese auch bei Menschen beliebt, die nicht an Zölliakie leiden. (Zölliakie= Unverträglichkeit von Gluten in jeglicher Form)

Die schädliche Wirkung des Glutens kommt bei Menschen mit Zölliakie vor allem von den Prolaminen, von denen jede Getreideart eine leicht abgewandelte Form enthält:

  • Gliadin beim Weizen

  • Secalin beim Roggen

  • Hordein bei Gerste

Reis dagegen enthält unschädliches Oryzanin, Mais unschädliches Zein.

Bei Ärzten, Heilpraktikern sowie Ernährungscoaches wird heute zum Teil pauschal von Gluten abgeraten, erst recht, wenn man von der Autoimmunkrankheit Hashimoto betroffen ist.

 

Doch woran liegt das und was sind die Vor- und Nachteile von glutenfreier Ernährung?

„Unser tägliches Brot gib uns heute“, steht schon in der Bibel geschrieben. Im Deutoronomium 8 beschreibt Moses das Gelobte Land als ein Land, in dem Weizen, Gerste und Weinstöcke wachsen. Brot ist ein zentraler Bestandteil der monotheistischen Religionen. Die Juden erinnern beim Passah-Fest mit ungesäuertem Brot an die Flucht der Israeliten aus Ägypten. Die Christen essen beim Abendmahl Hostien als Symbol des Leib Christi. Für die Muslime ist ungesäuertes Naan heilig, sollte aufrecht und stehend gelagert werden. In der Bibel steht Brot metaphorisch für reiche Ernte, eine Zeit der Fülle und die Freiheit von Hunger, ja für das Heil selbst.

Doch unser heutiges Brot hat kaum noch Ähnlichkeit mit dem Brot was unsere Vorfahren aus dem Ofen zogen und so tief verankert ist in unserer Gesellschaft. Denn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Getreide genetisch so verändert, dass es mit dem „Urweizen“ nicht mehr viel gemein hat.

Bei Gluten handelt es sich um ein Gemisch verschiedener, strukturell ähnlicher Speicherproteine, wie Gliadin und Glutenin, das insbesondere in Weizen, Roggen und Gerste, aber auch älteren Getreiden wie Dinkel, Einkorn und Emmer vorkommt. Die Bezeichnung Klebereiweiß hat das Proteingemisch bekommen, da es beim Backen den Teig geschmeidig macht


Wer sollte sich Glutenfrei ernähren?

Menschen mit einer nachgewiesenen Zölliakie, oder auch in der „milderen Form“ Weizensensitivität gegnannt. Eine solche Unverträglichkeit von Gluten wird demnach bei rund 10 % der Deutschen vermutet.

Und möglicherweise Menschen mit einer Autoimmunkrankheit der Schilddrüse (Hashimoto). Hier könnte eine Weizenunverträglichkeit vorliegen. Von diversen Autoren wird behauptet, dass in den USA jeder Zweite, der unter Hashimoto leidet und jene, die sich glutenfrei ernährten, die Autoimmunkrankheit in den Griff bekommen haben.

 

Sympthome einer Weizenunverträglichkeit

Bauch­schmerzen, Blähungen, Völlegefühl, häufig auch Durchfall. Es können auch Symptome wie Kopfschmerzen, Lethargie, Auf­merk­sam­keits­de­fizit­stö­run­gen, Muskelbeschwerden oder Hautausschlag auftreten.

Wenn du einige Symptome wie diese bei dir bemerkst, heißt das allerdings nicht direkt, dass du unter Zölliakie leidest.

Man spricht bei leichteren Beschwerden auch von einer „Weizensensitivität“.



Mögliche Vorteile der glutenfreien Ernährung

Die glutenfreie Ernährung kann durchaus Vorteile haben:

Verringerung des Risikos an einer Autoimmunkrankheit – es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bei Vorkommen einer Autoimmunkrankheit, sich eine Andere hieraus schneller entwickeln kann. Durch den Verzicht von Gluten kann das Risiko verringert werden.

Verringerung der Beschleunigung des Altersprozesses - Nicholas Perricone, Hautarzt und außerordentlicher Professor an der Michigan State University empfiehlt auf Weizen zu verzichten, da es die Entzündungsreaktion provoziert und Weizen schnell in Zucker umgewandelt wird. Wenn du auf Weizen verzichtest, könnte sich der Alterungsprozess verlangsamen.

Wechseljahrsbeschwerden können gelindert werden – durch den Verzicht auf Weizen können die typischen Sympthome wie Nachtschweiß, Hitzewallungen etc. gemildert werden.

Gewichtsverringerung – wenn du die gesunde Variante der glutenfreien Ernährungs wählst, nimmst du viele eiweißreiche Nahrungsmittel mit einem niedrigen glykämischen Index auf. Dies stabilisiert die Sättigungshormone, was dazu führt, dass du weniger isst.

Außerdem besteht Gluten zu einem großen Teil aus Stärke und Stärke besteht aus Kohlenhydraten, die aus einer hohen Anzahl von Kalorien bestehen.

Du achtest mehr auf deine Ernährung - da du dich automatisch viel mit Gesundheit und Ernährung beschäftigst und viele Zutatenlisten durchliest, achtest du mehr auf deine Ernährung, was sich positiv auf deine Gesundheit auswirken kann.

Der Blutzuckerspiegel ist stabiler – durch die Aufnahme von Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index, bleibt der Blutzuckerspiegel stabil.

Und du isst automatisch weniger Lebensmittel, die industriell verarbeitet wurden (denn genau das ist oft bei glutenhaltigen Lebensmitteln der Fall)

 

Mögliche Nachteile glutenfreier Ernährung

Untersuchungen von Ärzten deuten auf einen höheren Konsum an Zucker (welches oft in hoher Menge in Ersatzprodukten zu finden ist), Fett und Salz bei Personen mit glutenfreier Ernährung hin, ebenso bestehe die Gefahr, zu wenig Eisen, Zink und Ballaststoffe aufzunehmen.



Schlusswort

Allerdings ist es wissenschaftlich umstritten, ob es wirklich gesünder ist, wenn man sich glutenfrei ernährt. Während viele Ärzte und Heilpraktiker diese Ernährungsweise heute empfehlen, weisen Ernährungsexperten darauf hin, dass Menschen, die nicht gesundheitlich bedingt auf Weizen verzichten müssen, sich auch nicht glutenfrei ernähren sollten. „Auf Gluten sollte man nur verzichten, wenn man dagegen allergisch ist“.

Am Ende solltest du selber beobachten, welche Art von Ernährung dir gut tut. Es reicht ja auch manchmal aus, die Ernährung ein wenig umzustellen und z.B. Gluten einfach etwas zu reduzieren. Gerade wenn man unter einer Weizensensitivität leidet (oft unentdeckt), kann dies schon viel bewirken. Außerdem gibt es viele leckere gesunde Lebensmittel ohne Gluten. Ein paar Ernährungstipps findet ihr im Folgenden.

 

Tipps für glutenfreie Nahrungsmittel

  • Gemüse sowie Pilze, Kräuter und Kürbis

  • Nüsse (wie Mandeln, Walnüsse, Pekannüsse, Haselnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse, Pistazien, Cashewkerne, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesamsamen)

  • Öle (wie Olivenöl, Avocadoöl, Walnussöl, Kokosöl, Kokosöl, Leinöl, Sesamöl)

  • Fleisch, Fisch und Eier (möglichst aus Bio-Haltung und von freilaufenden Tieren)- wobei ein übermäßiger Verzehr an tierischen Lebensmitteln nicht zu empfehlen ist

  • Käse, Quark, Butter

  • Ungezuckerte Würzmittel und Saucen (Senf, Meerrettich, Tapanaden, Salsa, Mayonnaise, Essig, Worcestershiresauce, Sojasauce, Chili- oder Pfeffersaucen)

Sonstiges:

  • Leinsamen (gemahlen), Avocados, Oliven, Kokosnuss, Gewürze, ungesüsster Kakao

  • Früchte; am besten Beeren (Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Kirschen) Südfrüchte wie Ananas, Papaya, Mango und Bananen lieber begrenzt.

  • Maiskolben und Maiskörner

  • Fruchtsäfte (100% Fruchtgehalt)

  • Glutenfreie Getreidesorten wie Quinoa, Hirse, Teff, Amaranth, Buchweizen, Reis und Haferflocken

  • Hülsenfrüchte aller Art (Linsen, Kichererbsen, Kartoffeln, Süsskartoffeln)

  • Sojaprodukte (Tofu, Tempeh, Miso, Natto, Edamame, Sojabohnen)



https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-472013/wenn-brot-beschwerden-macht/

Weizenwampe- Warum Weizen dick und krank macht von Dr. William Davis

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Glutenfreie-Ernaehrung-mit-bitterem-Nachgeschmack-230805.html

https://schilddruesen-unterfunktion.de/2018/05/ernaehrungsdocs-kein-gluten-hashimoto/

https://www.med.de/ratgeber/zehn-wichtige-vorteile-des-glutenfreien-lebens/


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